An dieser Stelle ist auf die spätromanischen Wandmalereien der Basler Leonhardskirche zu verweisen, die sich ebenso wie im Münster in der Krypta befinden und mit ihrer Datierung um 1200 bis 1210 aus derselben Zeit stammen. An der südlichen Vorchor-Wand erscheint eine nur noch fragmentarisch erhaltene Bildfolge zur Kreuzigung und Auferstehung. Carola Jäggi stellt eine «stilistische Nähe» der Figuren zu den Bischofsbildern fest und plädiert mit Recht für eine Entstehung im selben Zeitraum und für eine Zugehörigkeit zur gleichen Kunstlandschaft Oberrhein. Auch beim Dekorationssystem mit Inschrift, Farbbändern und Vorhang finden sich Parallelen. Die Feingliedrigkeit der Bischofskörper, beispielsweise der Hand Adalberos, wird aber bei den Wandbildern der Leonhardskirche nicht ganz erreicht, wie die dortige Hand einer Frau am Grabe zeigt. Auch wenn der oder die Maler der Bischofsbilder nicht selbst die Wandmalereien der Leonhardskrypta ausführten, könnte dies doch einem Maler aus der Entourage aufgetragen worden sein. Gemäss Carola Jäggi könnte die Übertragung der Pfarreirechte an St. Leonhard durch Bischof Lütold im Jahre 1205 ein Anlass für die Ausmalung der Krypta von St. Leonhard gewesen sein.
Dorothea Schwinn Schürmann, lic. phil., Kunsthistorikerin
Abbildungsnachweis
1,4,5: Erik Schmidt, Basel, MU 4226, MU 4176, MU 4177, (Erik Schmidt, 2004)
2: Büro Sennhauser, Zurzach (Hans Rudolf Sennhauser, Alfred Hidber, 1974)
3: Basler Denkmalpflege, Sammlung Münsterfoto, (Paul Denfeld, 1975)
Die spätromanischen Bischofsbilder in der Ostkrypta des Basler Münsters (zurück)
Freilegung und Restaurierung 197475 (zurück)
Beschreibung der spätromanischen Wandbilder (zurück)
Die Bildfragmente als Teil der spätromanischen Wanddekoration (zurück)