| Die Verbreitung von Glocken in Mitteleuropa geschah durch irische Wandermönche. Patrick, Nationalheiliger der Iren, stand vermutlich mit koptischen, bereits Glocken besitzenden Mönchsgemeinschaften in Ägypten in Kontakt. Von den in der Ostschweiz wirkenden Heiligen Kolumban und Gallus wissen wir, dass sie als Wandermönche Glocken mitgeführt hatten. Noch heute hängt im Chorbereich der Kathedrale zu St.Gallen eine genietete Glocke, von der man zu Recht annimmt, dass sie im Besitze des Heiligen Gallus war. Gallus liess sich im Jahre 612 dort nieder, wo später die nach ihm benannte Stadt entstanden ist. Das Kloster St.Gallen wurde bald nach seiner Gründung neben Reichenau zu einem sehr frühen Zentrum des Glockengiessens. Auch Basel kann auf eine reiche Glockengiessertradition zurückblicken. Ein besonders hervorragender Meister war Ludwig Peiger. Er war von 1470 bis 1496 tätig und erschuf unter anderem die berühmte Schaffhauser Schillerglocke. | ![]() Westseite der Heinrichsglocke von 1565 nach der Restaurierung. |
Hans Jürg Gnehm
|
Frage zur grössten Glocke: Die grösste Glocke, die sogenannte Papstglocke läutet das alte Jahr aus und darf an allen hohen Feiertagen, wie Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Bettag, alleine vorläuten und im Gesamtgeläute erklingen (am Feiertag selber aber auch beim Einläuten des Feiertages am Abend zuvor), sowie bei den beiden staatlichen Geläute Neujahr und 1. August. Hinzu kommt noch ein Staatsbegräbnis. |
Das Geläute des Basler Münsters von 1873 (weiter)
Die Münsterglocken (weiter)
Die Inschriften (weiter)
Die Heinrichsglocke (weiter)
