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Die Arbeitsbedingungen waren optimal und so sind die Restaurierungsarbeiten am Basler Münster in diesen Sommermonaten mehr als planmässig vorgesehen vorangekommen, denn auch die Restaurierungsarbeiten am Sandstein auf der Zusatzbaustelle im kleinen Kreuzgang konnten durch die festangestellten Mitarbeiter der Münsterbauhütte, ohne zusätzliches Personal oder den Zuzug externer Firmen ausgeführt werden.
Am Georgsturm wurden alle im letzen Winter zum Ersatz von schadhaften Bauteilen gehauenen Werkstücke, dass heisst die zwei Wasserspeier, zwei Brüstungsmasswerke, Säulen und weitere Bauteile versetzt und mit Halböl imprägniert. Vor Ort neu anzufertigen waren zusätzliche Werkstücke wie unter anderem eine äussere Gewölbeabdeckplatte über der Turmwächterstube und der ebenfalls über dem Gewölbe liegende Deckel des Schlusssteines.
Direkt an den Steinflächen am Turm waren etliche Schadstellen wie Risse und Schalenbildungen durch Acrylinjektionen zu hinterkleben, ebenso mussten sich ablösende Steinschichten aufgemörtelt oder angeböscht werden. Gröbere Schäden waren mit dem Einsetzen von Vierungen zu reparieren, wobei wir uns speziell beim Ersatz von Wiesentalersandstein in grösster Zurückhaltung üben, handelt es sich doch dabei erstens um originales und zweitens um nicht mehr erhältliches Steinmaterial.
Im diesjährigen Arbeitsfeld am Georgsturm mussten sämtliche Fugen, die grösstenteils schadhaft waren entfernt und danach neu vermörtelt werden. Der neue Fugenmörtel wurde durch den Zusatz von Pigmenten der Steinfarbe angepasst, womit eine homogenere Fassadenfläche entsteht das Resultat ist gelungen.
Sämtliche Nebenarbeiten wie zum Beispiel die Ergänzungen an der Blitzschutzanlage, wie auch Zimmer- Metallbau- Spengler- und Malerarbeiten konnten parallel ausgeführt werden und sind nun vollendet.
Im Oktober erfolgte eine minuziöse Kontrolle aller gereinigten und restaurierten bzw. konservierten Steinoberflächen sowie der Blei- und Mörtelfugen, denn ab dem 09.11.2009 wird eine weitere Etappe, dass heisst die oberen 5 Etagen des Baugerüstes am Georgsturm demontiert!
Die Restauratoren waren nebst mit vielen Reinigungsarbeiten und Retouchen direkt am Sandstein auch mit der Restaurierung von Epitaphien beschäftigt. So konnte nun auch der Bauverschlag um den Epitaph Welzer in der Kreuzganghalle wieder entfernt werden und dieses hervorragende Epitaph ist - nun bald vollendet - durch die Öffentlichkeit wieder wahrnehmbar.
Die Arbeiten im Bereich des Kulturgüterschutzes, also die Abgüsse von originalen Bauteilen und die Photogrammetrischen Aufnahmen sind ebenso gut vorangeschritten. Auch hier wird das für dieses Jahr geplante Arbeitsvolumen erfüllt werden können.
Die Winterverglasung in der Maria-Magdalenakapelle ist wieder eingesetzt, somit können nicht nur die Restauratoren ihre Arbeit in diesem Raum wieder aufnehmen, auch die sich dort befindenden Epitaphien sind wieder vor dem schädlichen Kreuzgang-Winterklima geschützt. Durch nahmhafte Spenden von Basler Zünften ist die Weiterführung der Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten an einzelnen Epitaphien für die nächsten Monate gesichert.
Gerne berichte ich auch, dass Mario Voellmin bei der Münsterbauhütte seit dem Jahr 2000 als Steinmetz angestellt, sich entschieden hat, parallel zu seiner Arbeit am Basler Münster eine Weiterbildung zum europäisch anerkannten Steinmetz-Meister zu absolvieren. Ramon Keller bei der Münsterbauhütte seit 1998 tätig, wird sich künftig zusätzlich als Experte bei den eidgenössischen Lehrabschlussprüfungen für Steinmetze einbringen.
Es ist ausserordentlich erfreulich, dass diese beiden Mitarbeiter mit ihren Engagements nicht nur die Leidenschaft zu ihrem Beruf vertiefen bzw. übertragen werden, sondern auf diese Weise auch ihr Wirken in der Werterhaltung eines Wahrzeichens der Stadt Basels nach aussen tragen.
Andreas Hindemann, Münsterbaumeister